Holz & Material · 24. November 2019 · Detlef Warner
Es geht auch ohne Chemie
Wie sich Holzoberflächen rein mechanisch und mit Feuer gestalten lassen – Köhler- und Yakisugi-Technik.

Wenn man eine Holzoberfläche gestalten möchte, sind fast keine Grenzen gesetzt. Ich liebe es, dem Holz das Leben anzusehen: jahrzehntelange Einwirkung durch Witterung, Gebrauchsspuren, kleine Verletzungen. Oft eine Frage des Charakters, der Optik und der Haptik.
Diese Prozesse lassen sich mechanisch nachempfinden – durch intensives Bürsten, Schleifen und mit Hilfe von Feuer. Hierbei bediene ich mich der Köhler-Technik, auch Yakisugi genannt. Eine alte Technik, bei der Holzoberflächen verbrannt und verkohlt werden.
Stark oder weniger stark verbrannte Oberflächen lassen das Holz nicht nur optisch altern, sie machen es auch extrem haltbar und beugen Pilz- und Sporenbefall vor. Durch das Herauslösen der weicheren Holzschichten aus der Maserung entstehen diese Effekte.
Fast alle Varianten lassen sich miteinander kombinieren. Als Abschluss kann die Oberfläche gebuttert, geölt oder gewachst werden.